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In Zeiten wie diesen....

In Zeiten wie diesen….

Möchte ich mit einem Gedicht von Hilde Domin beginnen, einer Jüdin, die in der Hitlerzeit noch rechtzeitig in die USA ausgewandert ist

 

 

Nicht müde werden

Sondern dem Wunder – wie einem Vogel

die Hand hinhalten

 

Was möchte ich damit sagen:

Am Anfang des Lockdowns wurden wir herausgefordert, die aufkommende Angst, nicht genug zu haben bzw. zu bekommen. Es kamen Maßnahmen, Home Office und Masken, dazu Hamsterkäufe etc. und das C-Wort kursierte überall, im Fernsehen, in jeden Nachrichten und Internet in sämtlichen Variationen.

Damit ergab sich eine  ‚erzwungene‘ Selbstverständlichkeit von äußeren Dingen Abstand zu nehmen und wir waren aufgefordert hinzuschauen, was bedeutet dies für mich, endlich Zeit zu haben für etwas, was ich schon lange machen wollte oder eine neue Stille in der Natur wahrzunehmen, per Zoom, Skype, Face time, Video Chats oder einfach mehr per Telefon/Handy zu kommunizieren, viele neue interessante Möglichkeiten seiner eigenen Kreativität zu entdecken oder auch vieler anderer Mitmenschen.

Und nun schleicht sich so langsam ein Bewusstsein ein, was macht dies alles mit mir?  Existenzängste überfordern viele, der Freiheitsentzug macht viele aggressiv und Trennung vom sozialen Beisammensein machen Einsamkeit und damit Depression ersichtlich bzw. spürbar, wohl eines unserer Ur-Wunden.

Wir haben jedoch nun auch – um auf den Satz von Hilde Domin zu kommen – noch eine ganz andere Möglichkeit. Wir können uns selbst  beobachten, unsere Gefühle, unsere eigenen Prinzipien und Meinungen zu bestimmten Veränderungen wahrnehmen und damit nicht nur unsere ureigene Wahrheit, sondern eventuell einen neuen Bezug zu unserem – auch – ureigenen tieferen Lebenssinn entdecken.

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Eine neue Zukunft darf in uns geboren werden 

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